Heimatverein plant Ausstellung von Feldpostbriefen

NORDKIRCHEN Dramatische Nachrichten schickten Millionen deutsche Soldaten oder Gefangene in oder nach den Kriegen nach Hause. Berichte von Tod und Verwüstung. Aber auch zärtliche Liebesbriefe. Der Heimatverein Nordkirchen organisiert eine Ausstellung mit Feldpostbriefen.Von Matthias Münch

 

Hubert Kersting sichtet Material für die Ausstellung "Feldpostbriefe". (Foto Münch)

 

In solchen Briefen wird Geschichte lebendig wie sonst nur selten. Die Ausstellung wird  an drei Wochenenden im März und April 2011 im Capeller Heimathaus stattfinden.

Aus der eigenen Familie

Viel hat Heimatvereinsvorsitzender Hubert Kersting schon gesammelt – angefangen mit Dokumenten aus seiner eigenen Familie. „Im September 1944 waren mein Großvater, mein Vater und mein Onkel gleichzeitig an der Front vermisst“, erzählt Kersting. Seine Oma wusste nichts von ihnen und hoffte jedesmal, wenn der Briefträger kam, er möge an ihrem Haus vorbei gehen. Denn er brachte in dieser Zeit selten gute Post.

Eines Tages kam aber doch die schlimme Nachricht eines Offiziers über den Tod des Großvaters. Dieser Brief und etliche andere wurden für die Ausstellung bereits gescannt und zum Teil von Sütterlin oder noch älterer Schrift in Druckschrift übertragen. Das ist dem Heimatverein aber längst nicht genug.

Deshalb bittet er alle Bürgerinnen und Bürger, Material für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Der Verein garantiert, dass die Eigentümer alles unversehrt zurück bekommen werden.

Fotos, Ausweise, Flugblätter
 
„Viele Soldaten und ihre Angehörigen wollten nach dem Krieg nichts mehr von dieser schlimmen Zeit wissen und vernichteten alles, was daran erinnerte“, weiß Hubert Kersting. Viele andere aber hoben alles Mögliche als Andenken an ihre Erlebnisse auf: Fotos und Zeichnungen, Dokumente und Ausweise, Flugblätter, Erinnerungsbücher und Broschüren, Briefe, Tagebücher, Taschenkalender und Gedichte.
 
An all diesen Dingen – ob aus dem ersten oder zweiten Weltkrieg oder dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 – sei der Heimatverein stark interessiert, betont Hubert Kersting: „Wir hoffen auf reichliche Leihgaben aus unserer Gemeinde.“ 

Briefe und Materialen für die Ausstellung können abgegeben werden in Nordkirchen bei Hubert Kersting, Dahlienweg 8, Tel. (02596) 93 93 27, in Südkirchen bei Elfriede Kussel, Cappenberger Straße 51, Tel. (02596) 25 59, und in Capelle bei Ludger Hanke, Ostlandstraße 3, Tel. (02596) 13 60.