Pflege der Plattdeutschen Sprache
Sprecher : Erhard Huppert
  • Link auf die Homepage von Klaus-Werner Kahl aus Riesenbeck Herausgeber vom "Wörterbuch des Münsterländer Platt". Außerdem weitere interessante Infos über die Plattdeutsche Sprache!!


    Wahn ielig dreiht iähr Rad de Tied -
    wat gistern was, ligg nu all wiet,
    un muonen is't Geritten. -
    Wat usse Aollen daohn un dacht,
    dat wäd verlacht un wäd veracht't,
    dao't noch nao Geld te miätten.
    Män wann auk Geld regeert de Welt,
    bedenkt, datt't doch viell Möchter tellt,
    en ganßen Kerl to wäern.
    Drüm haollt in Trü to aolle Art,
    dat se sick stark met niee paart,
    uss' Land un Volk to Ähren.

    Karl Wagenfeld

    Plattdeutsch wieder gefragt

    Der Kiepenkert, Kurzwarenhändier mit einem großen geflochtenen Tragekorb auf dem Rücken, zog über Land von Haus zu Haus und bot seine Ware an. Wenn er bei den Hausfrauen im Münsterland ankommen wollte, musste er "eine Muhl füll Platt küm " und über allerlei Familien geschichten aus dem nahen Umkreis berichten können.

    Unsere Kiepenkerle des Heimatvereins im Rentenalter beherrschen ihr Plattdeutsch. Wie ihre früheren Berufskollegen ausgerüstet, unterhalten sie uns zu passenden Gelegenheiten.Das konnte Josef Funnhoff bei sich bietender Gelegenheit vorzüglich. In Capelle beheimatet, trat er selbstverständlich auch in Nordkirchen oder Südkirchen bei offiziellen wie privaten Feiern auf. Zu jedem Herdfeuerabend gehörte er dazu. Ein Münsterländer von echtem Schrot und Korn. Letzteres schenkte er gern im flüssiger Form seinen Zuhörern aus. Er verstarb allzu früh am 06. April 1982. Sein Wahlspruch auf dem Totenzettel charakterisiert ihn, wie er im Leben war.

    "Här, giew mi Sinn fö Humor, giew mi Gnad,
    ain Spaß to vöstohn, un dat ick auk ain bietken
    Glück kenn int Liäben, un annem auk watt mettdail".

    Sein Nachfolger, Bernhard Steinkuhl aus Südkirchen, trat in seine Fußstapfen. Er ist nicht nur im Heimatverein bekannt, sondern den meisten Bewohnem der Gemeinde, da er bei vielen öffentlichen Anlässen auftritt und mit seinen "Reimsel" und Töhnkes" in Plattdeutsch manches Schmunzeln und Vergnügen bei seinen Zuhörem zu wecken vermag. Die Dankesworte an den Vorsitzenden zum zehnjährigen sind beispielhaft und in der Festschrift nachzulesen.

    1999 Jahr hat Natz das beste Stück, "den Stab", weitergegeben an Heinz Zimmer, der mit seiner "Möhn ", Gisela Büscher - beide Nordkirchener -, geme auftritt. Sie reilt mit Vorliebe "belägtet Schwattbraut" aus und der Kiepenkerl schenkt dazu aus "dat nörige Köhnken ". Et bekümmt ain biätter!" Möge uns das Paar noch recht lange erfreuen.

    Die Vorträge der heimischen und auswärtigen Autoren in unserer Mundart anlässlich der Generalversammlungen und Feiern legen ein beredtes Zeugnis ab, dass Plattdeutsch wieder gefragt ist.




    Heimat
    Kenns du nich dat schöne Waort,
    kenns du nich de aolle Straot,
    wo de grauten Linnen staoht,
    we met di düör't Liäben gaoht?
    Vuegelkästen inne Kraun
    höngen wi in jeden Baum,
    un de schönste Lauhn,
    Gesank dao buoben in'n Baum.

    Wo man laip düör jede Paot
    weil se alle loß dao staoht.
    Kämen in't Duorp doch üöwerall,
    kannten jede Piärd in'n Stall,
    sind düör alle Hiegen klait,
    säögen jede Blaum de blaiht
    auk düör manchen Graben sprungen,
    dao en Reihkitz met de Jungen!

    Usse Müelken laip in' Bach,
    pläschket sinnig aohne Krach,
    ja, so wüörn wi alle graut,
    met en Schinken-Buotterbraut.
    Heimat süh, ick häff di haort,
    Heimat is dat schönste Waort,
    gaoh met di so Hand in Hand:
    "Wie schön is usse Mönsterland"!

    Theodor Heimann

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