Link auf die Homepage von Klaus-Werner Kahl aus Riesenbeck | Herausgeber vom "Wörterbuch des Münsterländer Platt". Außerdem weitere interessante Infos über die Plattdeutsche Sprache!! |
Plattdeutsch wieder gefragt
Der Kiepenkert, Kurzwarenhändier mit einem großen geflochtenen Tragekorb auf dem Rücken, zog über Land von Haus zu Haus und bot seine Ware an. Wenn er bei den Hausfrauen im Münsterland ankommen wollte, musste er "eine Muhl füll Platt küm " und über allerlei Familien geschichten aus dem nahen Umkreis berichten können.
Unsere Kiepenkerle des Heimatvereins im Rentenalter beherrschen ihr Plattdeutsch. Wie ihre früheren Berufskollegen ausgerüstet, unterhalten sie uns zu passenden Gelegenheiten.Das konnte Josef Funnhoff bei sich bietender Gelegenheit vorzüglich. In Capelle beheimatet, trat er selbstverständlich auch in Nordkirchen oder Südkirchen bei offiziellen wie privaten Feiern auf. Zu jedem Herdfeuerabend gehörte er dazu. Ein Münsterländer von echtem Schrot und Korn. Letzteres schenkte er gern im flüssiger Form seinen Zuhörern aus. Er verstarb allzu früh am 06. April 1982. Sein Wahlspruch auf dem Totenzettel charakterisiert ihn, wie er im Leben war.
"Här, giew mi Sinn fö Humor, giew mi Gnad,Sein Nachfolger, Bernhard Steinkuhl aus Südkirchen, trat in seine Fußstapfen. Er ist nicht nur im Heimatverein bekannt, sondern den meisten Bewohnem der Gemeinde, da er bei vielen öffentlichen Anlässen auftritt und mit seinen "Reimsel" und Töhnkes" in Plattdeutsch manches Schmunzeln und Vergnügen bei seinen Zuhörem zu wecken vermag. Die Dankesworte an den Vorsitzenden zum zehnjährigen sind beispielhaft und in der Festschrift nachzulesen.
1999 Jahr hat Natz das beste Stück, "den Stab", weitergegeben an Heinz Zimmer, der mit seiner "Möhn ", Gisela Büscher - beide Nordkirchener -, geme auftritt. Sie reilt mit Vorliebe "belägtet Schwattbraut" aus und der Kiepenkerl schenkt dazu aus "dat nörige Köhnken ". Et bekümmt ain biätter!" Möge uns das Paar noch recht lange erfreuen.
Die Vorträge der heimischen und auswärtigen Autoren in unserer Mundart anlässlich der Generalversammlungen und Feiern legen ein beredtes Zeugnis ab, dass Plattdeutsch wieder gefragt ist.