Liebe Mitglieder des Heimatvereins,
sehr geehrte Damen und Herren,
lieber Hubert,

es ist mir eine große Freude, heute hier bei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins sprechen zu dürfen – und zugleich ist es ein besonderer Moment. Denn wir verabschieden heute jemanden aus einer verantwortungsvollen Funktion, der den Heimatverein über viele Jahre hinweg geprägt hat: den langjährigen Vorsitzenden des Heimatvereins, Hubert Kersting.

Lieber Hubert, wer sich ehrenamtlich engagiert, übernimmt Verantwortung. Wer über viele Jahre hinweg Verantwortung übernimmt, der gestaltet. Bei dir sind es alleine 17 Jahre in der Funktion des Vorsitzenden. Und wer einen Verein wie den Heimatverein der Gemeinde Nordkirchen führt, der bewahrt nicht nur Traditionen – er entwickelt sie weiter und erhält sie für die Gegenwart und die Zukunft.

Heimatvereine sind besonderes. Sie sind Gedächtnis, Begegnungsraum und Ideengeber zugleich. Sie kümmern sich um Geschichte, um Brauchtum, um Landschaft, um Kultur und Erinnerung. Aber vor allem kümmern sie sich um Menschen. Und genau das war – und ist – dein Ansatz, lieber Hubert.

In deiner Zeit als Vorsitzender hast du den Verein nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet. Du hast Veranstaltungen begleitet, Impulse gesetzt, Kooperationen gepflegt und immer wieder den Blick dafür geschärft, dass Heimat nichts Statisches ist. Heimat lebt – durch Engagement, durch Austausch, durchs Mitmachen.

Du hast mit dafür gesorgt, dass historische Themen lebendig bleiben. Zum Beispiel haben wir als Gemeinde auf deine Initiative hin und mit deiner großen Beteiligung 2022 das 1000-jährige Jubiläum Nordkirchens als beispielloses Festjahr gefeiert. Ob bei Jubiläumsveranstaltungen, bei Veröffentlichungen oder bei Führungen und Vorträgen: Geschichte wurde bei dir nicht zum Selbstzweck, sondern zum Gesprächsanlass zwischen Generationen, zur Erinnerung an die guten, aber auch die schlechten Zeiten in unserer Gemeinde. Das ist in einer Zeit, in der vieles schnelllebig geworden ist, keine Selbstverständlichkeit.

Der Heimatverein ist in unserer Gemeinde eine feste Größe. Alleine schon aufgrund seiner über 600 Mitglieder. Er verbindet die Ortsteile, er bringt Menschen zusammen, er schafft Identifikation. Dass der Verein heute so dasteht, mit einer aktiven Mitgliedschaft und einer klaren inhaltlichen Ausrichtung, ist auch dein Verdienst, lieber Hubert.

Besonders hervorheben möchte ich deine Art der Führung. Du bist vorangegangen, hast Projekte angestoßen, auch uns als Gemeinde immer wieder Denkanstöße gegeben und hast den Heimatverein sichtbar gemacht. Du hast angepackt und Ideen umgesetzt – verlässlich und verbindlich. Eigenschaften, die in der ehrenamtlichen Arbeit von unschätzbarem Wert sind und mit denen der Heimatverein überall in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle Spuren hinterlassen hat.

Ein Vorsitz im Ehrenamt bedeutet viele Sitzungen, viele Abstimmungen, viele organisatorische Fragen – oft im Hintergrund, oft abends oder am Wochenende. Es bedeutet, Verantwortung zu tragen, wenn etwas gut läuft, und auch dann, wenn es einmal schwieriger wird. Diese Verantwortung hast du über lange Zeit getragen – und zwar mit ruhiger Hand.

Als Bürgermeisterin weiß ich, wie wichtig starke Vereine für eine lebendige Kommune sind. Und ich weiß auch, wie entscheidend engagierte Persönlichkeiten an ihrer Spitze sind. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Heimatverein war stets konstruktiv und von gegenseitigem Respekt geprägt. Dafür möchte ich dir ausdrücklich danken.

Heute gibst du den Vorsitz in neue Hände. Das ist kein Abschied vom Engagement – das wissen wir alle. Das könnten wir uns bei dir, Hubert, auch nur schwer vorstellen.

Aber es ist ein bewusster Schritt, Raum für neue Ideen und neue Verantwortliche zu schaffen. Auch das gehört zu guter Vereinsführung: rechtzeitig den Staffelstab weiterzugeben.

Lieber Hubert, du hinterlässt keinen leeren Platz, sondern ein gut bestelltes Feld. Dein Nachfolger oder deine Nachfolgerin kann auf stabilen Strukturen aufbauen – und das ist vielleicht das schönste Kompliment für einen langjährigen Vorsitzenden.

Im Namen der Gemeinde, aber auch ganz persönlich, möchte ich dir danken:
für deine Zeit,
für deine Verlässlichkeit,
für deine Leidenschaft für unsere Heimat
und für dein Wirken im Sinne des Gemeinwohls.

Du hast dazu beigetragen, dass Geschichte in Nordkirchen nicht nur bewahrt, sondern weitererzählt wird. Dass Tradition nicht museal wirkt, sondern gemeinschaftsstiftend. Und dass Ehrenamt sichtbar bleibt als das, was es ist: das Fundament unseres Zusammenlebens.

Ich wünsche dir für die kommende Zeit etwas, das im Ehrenamt manchmal zu kurz kommt: ein wenig mehr Freiraum. Vielleicht mehr Gelegenheit, Veranstaltungen einfach als Gast zu genießen. Vielleicht mehr Zeit für eigene Projekte, für Familie, für persönliche Interessen.

Dem Heimatverein wünsche ich weiterhin Tatkraft, Ideenreichtum und Zusammenhalt. Und dir, lieber Hubert, wünsche ich, dass du deinem Verein verbunden bleibst – mit Rat, mit Erfahrung und, da bin ich sicher, mit dem einen oder anderen guten Hinweis zur rechten Zeit.

Herzlichen Dank für dein langjähriges Engagement.

Alles Gute für dich – und dem Heimatverein eine erfolgreiche Zukunft.